Dr. med. Hans-Jürgen Kühle & Dr. med. Florian Gamerdinger

Praxis für Kinderheilkunde, Jugendmedizin, Neuropädiatrie und Kinderneurologie

Biofeedback

Was ist Biofeedback? Warum ist diese Methode so bedeutungsvoll?

Viele Erkrankungen beruhen auf einer Störung der Selbststeuerung von Organfunktionen. Der Körper sendet ständig viele Signale aus, die wir nicht bewusst (wie die Hauttemperaturhöhe) oder gar nicht wahrnehmen können (wie den Hautwiderstand). Wir können sie aber mit einem Temperaturfühler und Oberflächenelektroden einfach messen. Wir wissen aus der Forschung und Verhaltensbeobachtung inzwischen, welche Messwerte zu welchen Regulationszuständen gehören, welche günstig und ungünstig sind.

Wenn wir die Messwerte auf einem Bildschirm in Linien, Zahlen oder Bildern ausgeben oder als Tonhöhe hörbar machen, kann der Mensch sie wahrnehmen. Und damit werden sie trainierbar.

Die wissenschaftliche Auswertung solcher Trainings hat gezeigt, dass die Verbesserung der Selbstregulierung viele Krankheiten, die auf ungünstigen Regulationszuständen beruhen, mit gutem Erfolg und ohne Medikamente heilen oder lindern kann.

Hierzu gehören fast alle chronischen Schmerzzustände. Diese sind im Kindesalter zwar noch nicht häufig, haben ihren Ursprung jedoch in der Kindheit und sind in dieser Zeit am schnellsten umlernbar.

Die besten Beispiele hierfür sind die Migräne, der Kopfschmerz vom Spannungstyp, aber auch Schmerzen wegen Fehlhaltungen z. B.. Nähere Informationen zu Biofeedback bei Kopfschmerzen.

Bei einem solchen Biofeedbacktraining wird meistens die allgemeine Reaktion des Menschen auf Belastungen wie Stress mitgemessen und verbessert. Damit können wir dieses Training auch zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit benutzten.

Und in der Tat wird Biofeedbacktraining deshalb auch im Hochleistungsbereich wie im Sport eingesetzt. Und wir können nicht nur ungünstige Regulationszustände des Körpers, sondern auch des Gehirns trainieren.

Ein Beispiel für erfolgreiches Biofeedbacktraining, das zu einer Goldmedaille führte, ist die Diskuswerferin Franka Dietzsch.

Biofeedbacktraining der Gehirnaktivität (Neurofeedback) bei ADHS: Wir machen uns die Verbesserung der Regulation der Gehirnaktivität bisher vor allem für die Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zu Nutze. Kinder, die ein solches Training bei uns gemacht haben, konnten sich danach besser steuern: sie waren etwas ruhiger, konnten aber vor allem viel besser sich auf Aufgaben einlassen und diese gut und vollständig ausführen. Das war sowohl ein großer Zugewinn für Kinder, die schon mit Medikamenten richtig behandelt waren, als auch für Kinder, die noch keine medikamentöse Therapie erhalten hatten. Näheres zu Biofeedback bei ADHS.